Buchrezension – Mark Manson: „The Subtle Art Of Not Giving A F**ck“

Es gibt Bücher, die dich völlig aus dem Konzept bringen und deine ganze Welt auf den Kopf stellen. Dieses Buch ist ein solches. Treffsicher nimmt Mark Manson darin unsere Idee von Glücklichkeit auseinander, zeigt auf, warum manche Vorstellungen von Positivität absurd sind und was wir stattdessen tun können, um echte Zufriedenheit zu erlangen. Seine Devise: Ein Leben ohne Kämpfe gibt es nicht. Deine Aufgabe besteht darin, deine Kämpfe klug zu wählen.

Gestützt auf Wissen aus der Psychologie, philosophischen Prinzipien und Fallbeispielen erzählt der Autor auf eine lockere, zugängliche Weise von seinen Erkenntnissen. Er spricht vom Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung und darüber, wie befreiend es sein kann, sich einzuschränken. Er berichtet über Schicksalsschläge, Fehler und erläutert, wie selbige ihm halfen, Klarheit zu erlangen.

Darauf geht er insbesondere auf folgende Punkte ein:

  • An welchen Massstäben messen wir uns?
  • Das Verlangen nach immer mehr und den Druck, ständig positiv zu sein
  • Die Präsenz des Todes im Leben und wie sie uns beeinflusst
  • Die Besinnung auf Eigenverantwortung

Es geht darum, eingeredete falsche Vorstellungen abzubauen, keinen Selbstbetrug mehr zu betreiben und uns unserem eigenen Einfluss in unserem Leben bewusst zu werden. Dabei sind zwei Dinge unser grösster Feind: Der Drang nach völliger Sorglosigkeit und die Idee, alles verdient zu haben. Damit blockieren wir uns, finden Ausreden und suchen die Schuld bei anderen – wodurch wir es uns verwehren, unsere eigenen Reaktionen und Handlungen gezielt zu steuern.

Er zeigt dies zum Beispiel anhand der Freundin, die einen verlässt: Man kann nun wütend sein, sie beschuldigen und ihr unangenehme Nachrichten schicken. Oder man kann seinen Fokus auf etwas anderes lenken und darin neues Glück finden, eine andere Art von Glück.

Oder an der Geschichte eines gewissen Dave Mustaine, der einst bei Metallica herausflog, sich schwor, erfolgreicher zu werden als seine Ex-Kollegen und darüber frustriert wurde – obwohl er mit seiner eigenen Band Megadeth ebenfalls Musikgeschichte geschrieben hat.

Mark Manson weiss, wovon er spricht. Als ehemaliger Rebellen-Teenager, der Drogen in die Schule schmuggelte, herumhängte und sich später als Erwachsener den Verführungen aller möglichen Kulturen hingegeben hat, bringt er einen reichen Erfahrungsfundus mit. In vielen seiner eigenen Geschichten habe ich mich selbst wiedergefunden, ja, zuweilen hatte ich das Gefühl, dass wir als Teenager bestimmt beste Freunde gewesen wären.

Mich hat dieses Buch aufgewühlt. Auf einmal stand ich vor Fragen, über die ich noch nie nachgedacht hatte. Ich sah Dinge mit neuen Augen und erkannte Probleme in meinem Denkmustern, die mir zuvor nicht bewusst waren. Vieles, was ich für in Stein gemeisselt gehalten hatte, bröckelte Stück für Stück auseinander (und tut es immer noch). Und so verwirrend das auch ist, so hilfreich ist es auch, denn das Buch macht auch Mut. Manson gibt uns mit seiner frechen Klappe einen Schubs in eine neue Richtung, regt uns dazu an, brutal ehrlich zu uns selbst zu sein.

Für mich ist klar: Nach der Beantwortung all dieser Fragen, die Manson in mir ausgelöst hat, kann ich unmöglich weiterhin an gewissen Dingen festhalten. Ich sehe nun in aller Deutlichkeit, warum ich in bestimmten Bereichen meines Lebens noch nicht so zufrieden bin, wie ich es gerne wäre. Das Buch hat mich teilweise zutiefst verunsichert und einmal war ich kurz davor, es in eine Ecke zu knallen. Aber genau darin besteht Mansons Punkt.

Er provoziert uns absichtlich. Wenn man ihn fragen könnte, würde er sich wohl darüber freuen, wenn wir so etwas tun – weil es bedeutet, dass in unserem Innern etwas passiert. Etwas, das uns echter Zufriedenheit näherbringt. Diese besteht nämlich nicht darin, ein sorgloses Leben zu führen, sondern darin, mit unseren Sorgen sinnvoll umgehen zu können.

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